EPS Meldungen auf dem Desktop und Smartphone

Eichenprozessionsspinner (EPS) melden und lokalisieren.

App und Meldeplattform zum Versenden und Verwalten der Fund-Meldungen. Zentral, von überall und zu jeder Zeit.

Schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen, indem Sie schnell und einfach EPS-Funde melden.

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Über bereits gemeldete EPS- Funde und befallene Bereiche in Ihrer Nähe informiert Sie die interaktive Karte.

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Warum sind Eichenprozessions­spinner gefährlich und was kann man (online) dagegen tun?

Die giftigen Eichenprozessionsspinner (kurz: "EPS") haben unzählige, feine Brennhaare mit denen sie sich gegen ihre Feide schützen. Diese Brennhaare können bei Menschen ernsthafte allergische Reaktionen auslösen, von Atemnot bis zum allergischen Schock. Deswegen sollte jeglicher Kontakt mit den Raupen und dem Gespinst vermieden werden. Nähere Informationen zum EPS und Handlungsempfehlungen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Aufgrund der erhöhten Toxizität und der aufwändigen Entsorgung sind die Bekämpfung und Entfernung der EPS eine Sache für Fachleute. Wenn Sie einen EPS-Befall beobachten, melden Sie diesen um ihre Mitmenschen zu schützen und um Fachleute zu informieren. Das können Sie bequem hier, per Online-Formular tun oder mithilfe der Prozessionsspinner Melder-App, die Sie auf einem iOS- oder Prozessionsspinner Melder-App, die Sie auf einem iOS- oder Android-Smartphone installieren können.

Das Meldeformular ist schnell ausgefüllt. Der Standort lässt sich automatisch ermitteln und es können bis zu vier Fotos angehängt werden.

Sowohl online als auch in der App steht Ihnen außerdem eine interaktive Karte mit gemeldeten EPS-Funden zur Verfügung. Hier können Sie sich über befallene Bereiche und Gebiete in Ihrer Nähe informieren.

Allgemeine Infos und Empfehlungen

Der Eichenprozessionsspinner (kurz: "EPS"), ein Nachtfalter, hat in den letzten Jahren eine zweifelhafte Bekanntheit erlangt. Seit den 1990er Jahren breitet sich das Insekt in Deutschland aus und ist mittlerweile in allen Bundesländern zu finden. Doch was genau ist das Problem mit diesem mittlerweile einheimischen Falter, der seinen Namen dem prozessionsartigen Nose-to-tail-Verhalten während der Nahrungssuche verdankt?


Eine Gefahr für Mensch und Tier geht von den Schmetterlingsraupen aus. Diese verfügen am Hinterteil über lange weiße Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein, welches die Raupte vor natürlichen Fressfeinden schützen soll. Eine voll entwickelte Raupe hat ca. eine halbe Million solcher Brennhaare. Bei Kontakt mit diesen kommt es zu z.T. heftigen allergischen Reaktionen.

Die aktive Zeit der Raupen ist von ca. Mai bis Ende Juli. Erst danach verpuppen sie sich, um im September als Schmetterling zu schlüpfen. Die Gefahr durch die Brennhaare ist also von Mai bis Juli am höchsten, allerdings können diese noch bis zu zehn Jahre lang aktiv sein. Ebenso bleiben nach dem Verlassen des Nestes die Brennhaare zurück und können bei Trockenheit und leichtem Wind verteilt werden. So besteht auch noch im Herbst ein Gefahrenpotential.

Die Eier des EPS werden generell in Nestern an Eichenbäumen abgelegt, wo die Raupen schlüpfen und Nahrung finden. Sie sind z.T. auch unter ihnen (wenn einzelne Raupen herunterfallen) oder auch zwischen Einzelbäumen anzutreffen, wenn die Raupen nachts prozessionsartig zur nächsten Nahrungsquelle wandern. Es wird ein warm-trockenes Klima bevorzugt, weshalb häufig Eichen an sonnigen Standorten befallen sind. Problematisch ist hierbei die Nähe zu Sportplätzen, Kindergärten, Wohngebieten oder im Wald oder Stadtpark – also überall dort, wo sich Menschen im Freien aufhalten.

Die Brennhaare des EPSs stellen für den Menschen eine Gefahr dar, weil durch den Kontakt eine pseudo-allergische Reaktion ausgelöst werden kann. Diese erfolgt ca. 24 Stunden nach dem Kontakt. Ohne Behandlung der Beschwerden können die Symptome bis zu zwei Wochen Bestand haben. Am stärksten betroffen sind Personengruppen, die sich vermehrt draußen aufhalten (z.B. Spaziergänger, Waldarbeiter, Kindergartengruppen oder Outdoor-Sportler).

Besonders betroffen sind Körperstellen, die in den Sommermonaten meist wenig bedeckt sind wie die Bereiche an Gesicht, Hals, Arm oder Nacken. Die häufigsten Symptome der „Raupendermatitis“ im sind:

  • Starker Juckreiz
  • Rötung der Haut, Pusteln, Quaddeln, Ausschlag
  • Insektenstichähnliche Knötchen

Haustiere wie Hunde und Katzen werden zwar durch ihr Fell geschützt, allerdings können durch Schnüffeln im Unterholz oder nahe von Raupennestern Schnauze und Schleimhäute betroffen sein.
Darüber hinaus können die Brennhaare verschluckt werden, ins Auge oder die Atemwege gelangen. Mögliche Symptome hierbei können sein:

  • Entzündungen (z.B. der Hornhaut oder Bindehaut; nach Einatmen Bronchitis)
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit

In diesen Fällen ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Bei weitaus heftigeren Reaktionen (z.B. einem allergischen Schock) ist der Rettungsdienst zu kontaktieren. Bei leichten Symptomen werden meistens entzündungshemmende Cremes oder Salben, Antihistaminika sowie Arzneimittel, die die Atemwege erweitern angewandt.

Sollte der Verdacht eines Kontaktes bestehen, müssen einige Sofortmaßnahmen ergriffen werden:

  • Die Kleidung ist umgehend zu wechseln (am besten noch vor Ort) und bei mindestens 60°C zu reinigen, Schuhe sollten nass abgewischt werden.
  • Anschließend sollte eine gründliche Körperreinigung unter der Dusche ( ggf. mit Augenspülung) erfolgen, um mögliche Brennhaare von der Haut zu spülen.
  • Alle Gegenstände, die evtl. mit dem EPS in Berührung gekommen sein könnten (z.B. das Auto unter dem Eichenbaum, die Hundeleine etc.) sind abzuwischen bzw. abzusaugen.

Sollten nach diesen Vorkehrungen noch Zweifel bestehen oder gar erste Anzeichen auftreten, ist ein Besuch beim Apotheker, Arzt bzw. Tierarzt ratsam.

An erster Stelle bei einem solchen Fund steht der Selbstschutz. Auf keinen Fall sollten Nester des EPS eigenständig entsorgt oder auch nur angefasst werden.

Bei Funden im öffentlichen Raum besteht zwar offiziell keine Meldepflicht, dennoch sollte der Fund schnellstmöglich weitergegeben werden. Ansprechpartner sind in diesem Fall das zuständige Grünflächenamt oder ggf. auch die Feuerwehr. Von den Behörden werden anschließend das Ausmaß geprüft und rechtzeitig die passenden Maßnahmen eingeleitet.

Handelt es sich um einen EPS-Fund auf Privatgrundstücken, etwa im eigenen Garten, so ist am besten ein staatlich anerkannter Schädlingsbekämpfer zu kontaktieren. Auch viele Baumpfleger können Ihnen an dieser Stelle weiterhelfen.

Wichtig ist nur, dass nicht eigenmächtig versucht wird, ein Nest des EPS o.ä. zu entfernen. Für diese Arbeiten benutzen Experten Schutzkleidung sowie Insektizide. Nester werden entweder abgesaugt oder abgeflammt. Aufgrund der erhöhten Toxizität und der aufwändigen Entsorgung sollte man sich immer an geschultes Fachpersonal wenden.

Vorbeugende Maßnahmen hingegen können jederzeit ergriffen werden. So traf etwa die Stadt Dortmund Vorkehrungen an öffentlichen Plätzen in Form von Lebendfallen. Auch wurden Nistkästen von Kohlmeisen, dem natürlichen Fressfeind des EPS installiert.

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